Hardware und Sensoren

So prüfst du ein Smartphone auf Wasserschäden

Prüfe ein Android-Smartphone auf Wasserschäden, indem du den Flüssigkeitsschadensindikator, den USB-Anschluss, den Kamerabereich, das Displayverhalten und Ladewarnungen kontrollierst.


Wie viel kann dir ein winziger Aufkleber über einen Wasserschaden verraten? Weniger, als viele denken.

Ein weißer Flüssigkeitsschadensindikator ist nützlich, aber kein unfehlbarer Beweis. Er zeigt nur, ob Feuchtigkeit einen kleinen Indikator im Inneren des Smartphones erreicht hat. Er sagt nicht, wie lange das Gerät nass war, ob bereits Korrosion begonnen hat oder ob alle Bauteile noch in Ordnung sind.

Finde den Flüssigkeitsschadensindikator

Die meisten großen Smartphone-Hersteller bringen im Gerät mindestens einen Liquid Damage Indicator, kurz LDI, an. Der Aufkleber ist im trockenen Zustand normalerweise weiß und verfärbt sich nach Kontakt mit Flüssigkeit rosa, violett oder rot.

Bei vielen modernen Android-Smartphones lässt sich der Indikator am einfachsten im Einschub des SIM-Kartenfachs prüfen. Schalte das Smartphone aus, ziehe das SIM-Kartenfach heraus und leuchte mit einer Taschenlampe in die Öffnung. Suche an der Innenwand nach einem kleinen Streifen oder Punkt.

Ein normaler Samsung-LDI ist weiß, manchmal mit hellrosa oder violetten X-Markierungen. Ist er vollständig rosa, violett oder rot, hat Flüssigkeit den Indikator erreicht. Google Pixel-Modelle mit physischem SIM-Kartenfach nutzen ein ähnliches Prinzip, wobei das genaue Aussehen je nach Modell variiert.

Hat das Smartphone kein physisches SIM-Kartenfach, solltest du nicht mit Werkzeugen nach dem Indikator suchen. Einige US-Modelle des Pixel 10, Pixel 10 Pro und Pixel 10 Pro XL unterstützen ausschließlich eSIM. Bei ihnen gibt es unter Umständen keinen von außen zugänglichen SIM-Einschub. Eine Servicestelle kann interne Indikatoren kontrollieren, die schnelle Prüfung am SIM-Kartenfach ist von außen jedoch nicht möglich.

Ältere Android-Smartphones mit herausnehmbarem Akku können einen LDI am Akku und einen weiteren am Gerätegehäuse unter der Rückseite haben. Beide lassen sich prüfen, ohne ein versiegeltes Bauteil zu öffnen.

Prüfe den USB-Anschluss und andere Öffnungen

Leuchte mit einer Taschenlampe in den USB-C-Anschluss. Grüne, blaugrüne, weiße oder krustige Rückstände auf den Kontakten sind ein schlechtes Zeichen. Dabei handelt es sich um Korrosion oder Mineralablagerungen, die nach dem Trocknen von Feuchtigkeit zurückbleiben.

Kontrolliere außerdem den Kopfhöreranschluss, falls das Smartphone einen hat, die Lautsprecheröffnungen und die Dichtung des SIM-Kartenfachs. Eine gerissene Dichtung, ein fehlendes Kartenfach oder ein verbogenes Kartenfach kann Wasser eindringen lassen, selbst wenn das Gerät ursprünglich eine IP-Schutzart hatte.

Pixel-Smartphones können die Warnungen „Flüssigkeit oder Fremdkörper im USB-Anschluss“ oder „Ladegerät vom Stromnetz trennen“ anzeigen, wenn der USB-C-Anschluss ein Problem erkennt. Samsung-Smartphones können ein Wassertropfensymbol einblenden und das Laden per Kabel stoppen, sobald Feuchtigkeit erkannt wird. Solche Warnungen solltest du ernst nehmen. Hohe Luftfeuchtigkeit oder Schmutz können sie ebenfalls auslösen, wiederholte Meldungen solltest du aber nicht ignorieren.

Erscheint eine Feuchtigkeitswarnung, ziehe das Kabel ab. Schalte das Smartphone aus, wenn der Anschluss nass ist, und lasse es bei Raumtemperatur trocknen. Verwende weder Haartrockner noch Backofen, Heizkörper oder Heißluftpistole. Hitze kann Dichtungen und Akku beschädigen.

Sieh dir Kameras und Display an

Fotografiere eine weiße Wand oder ein weißes Blatt Papier. Feuchtigkeit hinter der Objektivabdeckung zeigt sich als weicher, milchiger Fleck, der sich nicht wegwischen lässt. Sind Tropfen oder Beschlag unter dem Kameraglas sichtbar, braucht das Smartphone eine Reparatur.

Ein Wasserschaden kann sich auch erst später auf dem Display zeigen. OLED-Panels können dunkle Flecken, einen Grünstich, Flackern oder ungleichmäßige Bereiche entwickeln. Bei LCD-Panels können helle Flecken, Lichthöfe an den Rändern oder geisterhafte Verfärbungen auftreten.

Gerade die Verzögerung täuscht viele. Nach einem Spritzer kann das Smartphone zunächst einwandfrei funktionieren und erst Tage später ausfallen, wenn sich Korrosion an Steckverbindern und Leiterbahnen bildet.

Achte auf Verhaltensänderungen

Ein Wasserschaden legt selten nur eine einzige Funktion lahm. Häufig entsteht eine schwer einzuordnende Mischung verschiedener Symptome.

Achte auf Geistereingaben, nicht reagierende Bereiche des Touchscreens, kratzende Lautsprecher, ein dumpfes Mikrofon, zufällige Neustarts, schwache Vibrationen, ständig unterbrochenes Laden oder eine springende Akkuanzeige. Ein einzelnes Symptom kann von der Software kommen. Mehrere Auffälligkeiten nach Kontakt mit Wasser sprechen eher für ein Hardwareproblem.

Auch das Akkuverhalten ist wichtig. Entlädt sich das Smartphone plötzlich deutlich schneller, wird es im Leerlauf warm oder lädt es nicht mehr normal, kann Feuchtigkeit den Akkuanschluss oder den Bereich der Stromversorgung erreicht haben.

runcheck kann dabei helfen, weil die App Akkutemperatur, Entladerate und Ladeverhalten protokolliert. Haben sich diese Werte nach einem Regenschauer, einem Sturz ins Schwimmbecken oder einer Anschlusswarnung verändert, gehört ein Flüssigkeitsschaden auf die Liste der möglichen Ursachen.

Verstehe, was eine IP-Schutzart wirklich bedeutet

IP67 und IP68 beruhen auf Labortests. Sie bedeuten nicht, dass ein Smartphone dauerhaft wasserdicht bleibt.

Viele Galaxy-Modelle mit IP68 werden für bis zu 30 Minuten in Süßwasser mit einer Tiefe von bis zu 1,5 Metern getestet. Die genaue Einstufung hängt jedoch vom Modell ab. Auch Google weist bei Pixel-Geräten darauf hin, dass der Schutz vor Staub und Wasser durch Verschleiß, Reparaturen, Demontage oder Beschädigungen mit der Zeit abnehmen oder ganz verloren gehen kann.

Salzwasser, chlorhaltiges Schwimmbadwasser, Seife, Dampf und heißes Wasser belasten Dichtungen stärker als sauberes, ruhiges Wasser. Ein Smartphone, das einen versehentlichen Spritzer überstanden hat, kann bei einem späteren Sturz trotzdem ausfallen, weil die Klebedichtungen gealtert sind oder sich der Rahmen verzogen hat.

Kaufst du ein gebrauchtes Smartphone? Prüfe mehr als den Aufkleber

Kontrolliere bei einem gebrauchten Smartphone zuerst den LDI und teste danach die Bauteile, die nach Feuchtigkeitsschäden besonders häufig ausfallen.

Führe einen Anruf und prüfe beide Mikrofone. Spiele Ton über Hörmuschel und Lautsprecher ab. Teste das Laden mit einem sicher funktionierenden Kabel. Kontrolliere alle Kameras. Ziehe den Finger über das gesamte Display, um nicht reagierende Bereiche zu finden. Prüfe die Vibration. Öffne das SIM-Kartenfach und sieh dir die Dichtung an.

Ein sauberer LDI ist ein gutes Zeichen, reicht aber nicht aus. Manche Feuchtigkeitswege erreichen den Indikator nicht. Bei einem unseriösen Gebrauchtangebot kann er außerdem ausgetauscht worden sein. Vertraue auf das Gesamtverhalten des Smartphones, nicht auf einen einzelnen Aufkleber.

Quellen

  1. Google Pixel Help: Fix liquid or debris in your Pixel USB-C port
  2. Google Pixel Help: Pixel phone hardware safety, warranty, and regulatory information

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