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So prüfst du, ob ein gebrauchtes Android-Smartphone in gutem Zustand ist

Ein Smartphone kann nach ein oder zwei Jahren äußerlich tadellos aussehen und trotzdem ernsthafte Probleme haben. Akkus verschleißen unsichtbar. Speicherchips werden langsamer. Sensoren verlieren an Genauigkeit. Vielleicht reagiert das Display überall, nur nicht auf einer kleinen Fläche in der Ecke, die niemand bemerkt, bis auf der Tastatur ausgerechnet der Buchstabe P nicht funktioniert.

Den tatsächlichen Zustand zu prüfen dauert etwa fünfzehn Minuten und erfordert keine zusätzliche App.

Beginne mit den Dingen, die du nicht sehen kannst

Der Akkuzustand ist bei einem gebrauchten Smartphone wichtiger als fast alles andere. Ein verschlissener Akku beeinflusst die Bildschirmzeit, die Leistung und die Zuverlässigkeit unter Last. Wenn der Akku keine stabile Spannung mehr liefern kann, kann Android die CPU-Leistung drosseln.

Bei Samsung findest du den Akkustatus in der Samsung Members App unter Support > Telefondiagnose > Akkustatus. Auf dem Google Pixel 8a und neueren Modellen wird der Akkuzustand unter Einstellungen > Akku > Akkuzustand angezeigt. Die Anzahl der Ladezyklen steht unter Einstellungen > Über das Telefon > Akkuinformationen. Viele neuere Geräte von OnePlus, OPPO und Realme zeigen den Akkuzustand in den Akku-Einstellungen, doch die Verfügbarkeit hängt von Modell, Region und Betriebssystemversion ab. Bei Xiaomi- und POCO-Geräten können entsprechende Angaben ebenfalls in den Akku-Einstellungen stehen, je nach HyperOS-Version etwa im Bereich zum Akkuschutz oder zu den Akkuinformationen.

Wenn ein Smartphone keine Zustandsanzeige anbietet, gib in der Telefon-App *#*#4636#*#* ein. Auf unterstützten Geräten öffnet sich ein Testmenü mit Akkuspannung, Temperatur und Status. Der Code funktioniert nicht auf jedem Smartphone, besonders nicht auf vielen neueren Samsung-Geräten und einigen Xiaomi-Modellen.

Ein Akkuzustand über 90 % ist gut. Zwischen 80 und 90 % wurde der Akku bereits deutlich genutzt, hat aber noch Reserven. Unter 80 % solltest du damit rechnen, dass in absehbarer Zeit ein Austausch nötig wird. In Deutschland kostet ein Akkutausch bei einer freien Werkstatt je nach Modell häufig ungefähr 60 bis 150 Euro. Bei verklebten Premiumgeräten, Foldables und autorisierten Herstellerservices kann es teurer werden.

Der Speicherzustand lässt sich schwerer in eine Zahl fassen, sollte aber ebenfalls geprüft werden. Öffne Einstellungen > Speicher und sieh nach, wie voll das Gerät ist. Noch aussagekräftiger als die Prozentzahl ist das Verhalten: Zögert das Smartphone beim Öffnen von Apps? Braucht die Kamera auffällig lange, um Fotos zu speichern? NAND-Flash wird langsamer, wenn er sich füllt und seine Zellen durch viele Schreibvorgänge altern. Das äußert sich als allgemeine Trägheit, die leicht für einen langsamen Prozessor gehalten wird.

Der äußere Zustand

Halte das Smartphone unter helles Licht und betrachte das Display aus mehreren Winkeln. Kleine Kratzer, die von vorn unsichtbar sind, fallen seitlich oft deutlich auf. Prüfe besonders die Kanten, an denen Risse nach einem Sturz häufig beginnen. Lege das Gerät flach auf einen Tisch. Wenn es kippelt, ist möglicherweise der Rahmen verbogen oder der Akku beginnt sich aufzublähen. Ein aufgeblähter Akku ist ein Sicherheitsproblem und nicht bloß ein Leistungsmangel.

In der Ladebuchse sammelt sich über Monate Taschenfussel. Leuchte mit einer Taschenlampe hinein. Festgedrückte Ablagerungen verursachen häufig Ladeaussetzer, die fälschlich dem Akku zugeschrieben werden. Mit einem Holz-Zahnstocher lassen sie sich vorsichtig entfernen, ohne die Kontakte zu beschädigen.

Tasten sollten sauber und eindeutig klicken. Ein weicher Einschaltknopf oder eine Lautstärkewippe, die erst beim zweiten Drücken reagiert, ist Verschleiß, der nicht von selbst besser wird.

Display und Touchscreen

Tote Pixel erscheinen auf weißem Hintergrund als winzige dunkle Punkte. Öffne einen Browser, suche nach „white screen test“, schalte auf Vollbild und sieh genau hin. Wiederhole den Test mit reinem Rot, Grün, Blau und Schwarz, um Probleme einzelner Subpixel zu finden. OLED-Displays können außerdem Einbrenneffekte entwickeln, wenn Elemente monatelang an derselben Stelle angezeigt wurden, etwa Navigationsleiste, Statusleiste oder die Oberfläche einer häufig verwendeten App. Ein mittelgraues Vollbild macht solche Spuren besonders gut sichtbar.

Tote Touchbereiche sind schwieriger zu erkennen. Aktiviere die Entwickleroptionen, indem du in den Geräteinformationen siebenmal auf die Build-Nummer tippst. Schalte anschließend in den Entwickleroptionen die Anzeige der Zeigerposition ein. Fahre langsam mit dem Finger über die gesamte Displayfläche. Die Koordinatenspur sollte ohne Lücken folgen, besonders in den Ecken und an den Rändern, wo Flachbandverbindungen nach Stößen anfälliger sind.

Sensoren, Lautsprecher und Kameras

Die meisten Sensorfehler zeigen sich in alltäglichen Funktionen. Drehe das Smartphone ins Querformat, das Bild sollte ohne Verzögerung folgen (Beschleunigungssensor und Gyroskop). Starte einen Anruf und halte die Hand über den Bereich der Hörmuschel, das Display sollte sich ausschalten (Näherungssensor). Gehe bei aktivierter automatischer Helligkeit von einem hellen in einen dunklen Raum, das Display sollte sich innerhalb weniger Sekunden abdunkeln (Umgebungslichtsensor). Öffne Google Maps und tippe auf den Standortpfeil, der blaue Richtungskegel sollte ungefähr in die richtige Richtung zeigen (Magnetometer).

Samsung-Geräte besitzen ein eigenes Hardware-Testmenü, das sich mit *#0*# öffnen lässt. Dort kannst du Sensoren, Display, Touchscreen, Lautsprecher, Kameras und Vibration getrennt prüfen. Bei anderen Marken decken die manuellen Tests oben weitgehend dieselben Bereiche ab.

Spiele Musik in verschiedenen Lautstärken ab. Knacken oder Verzerrungen bei mittlerer Lautstärke sprechen für einen beschädigten Lautsprecher. Nimm eine kurze Sprachnachricht auf und spiele sie ab, um das Mikrofon zu testen. Öffne Front- und Rückkamera und fotografiere bei brauchbarem Licht. Achte auf Fokusprobleme, unscharfe Bereiche oder eine Kamera, die ständig vor- und zurückfokussiert, ohne scharfzustellen.

Wasserschäden

Viele Android-Smartphones haben im Bereich des SIM-Kartenschachts einen Flüssigkeitsindikator, auch Liquid Contact Indicator (LCI) genannt. Entferne den Einschub und leuchte hinein. Weiß oder silbern bedeutet normalerweise, dass kein Flüssigkeitskontakt erkannt wurde. Rosa oder rot weist darauf hin, dass irgendwann Flüssigkeit eingedrungen ist. Ein verfärbter Indikator bedeutet nicht automatisch, dass das Smartphone jetzt defekt ist. Wasserschäden verschlimmern sich aber häufig, wenn sich Korrosion im Inneren ausbreitet. Das solltest du wissen, auch wenn es nicht in jedem Fall ein Ausschlussgrund ist.

Softwarezustand

Prüfe unter Einstellungen > Über das Telefon die Android-Version und den Stand des Sicherheitsupdates. Fehlen mehrere Updates, wurde das Gerät vielleicht nur vernachlässigt, was sich durch Aktualisieren beheben lässt. Kann es die für dieses Modell neueste verfügbare Version nicht installieren, liegt möglicherweise ein Firmwareproblem vor.

Der verbleibende Software-Support bestimmt, wie lange das Smartphone sicher und mit aktuellen Apps kompatibel bleibt. Die Google-Pixel-8-Familie und neuere Pixel sowie die Samsung-Galaxy-S24-Familie und neuere Modelle erhalten sieben Jahre Updates. Samsungs Mittelklassemodelle Galaxy A56, A36 und A26 erhalten sechs Jahre. Für das OnePlus 13 sind vier große Android-Upgrades und sechs Jahre Sicherheitsupdates zugesagt. Viele ältere und günstige Modelle anderer Hersteller kommen weiterhin nur auf zwei bis drei Jahre. Für Smartphones, die seit dem 20. Juni 2025 neu auf den EU-Markt gebracht werden, setzen die EU-Ökodesignregeln allerdings eine stärkere Untergrenze beim Software-Support. Hat ein Gerät weniger als ein Jahr Unterstützung übrig, nähert es sich für sicherheitskritische Anwendungen dem Ende seiner sinnvollen Nutzungszeit.

Für eine zusammengefasste Bewertung von Akku, Temperatur, Speicher und Netzwerk erstellt runcheck aus einer Prüfung direkt auf dem Gerät einen einzigen Zustandswert. Das ist praktisch, wenn du den Zustand beurteilen möchtest, ohne dir für jeden Hersteller einen anderen Einstellungsweg merken zu müssen.


Am wichtigsten sind die Dinge, die man am schlechtesten sieht: Akkuzustand, Speichergeschwindigkeit und verbleibender Software-Support. Über Kratzer und kleine Gebrauchsspuren lässt sich verhandeln. Der innere Zustand entscheidet, ob das Smartphone noch ein Jahr hält oder drei.

Quellen

  1. Google Pixel Help: Repair your own Pixel device
  2. Samsung: How to use diagnostics in the Samsung Members app
  3. European Commission: Smartphones and tablets ecodesign requirements

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