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So hält der Akku deines Android-Smartphones länger

Praktische Android-Akkutipps, die wirklich etwas bringen: Displayeinstellungen, schwacher Empfang, Hintergrund-Apps, Standortberechtigungen, Energiesparmodus und Ladegewohnheiten.

Viele Android-Akkutipps sind entweder zu offensichtlich oder völlig übertrieben. Natürlich hilft eine niedrigere Displayhelligkeit. Du musst dein Smartphone aber nicht in einen stummen Ziegelstein verwandeln, nur um durch den Tag zu kommen.

Am meisten bringt es, zuerst die großen Verbraucher anzugehen: Display, Mobilfunkempfang, Hintergrund-Apps, Standort und Ladegewohnheiten. Android 17 ist seit dem 16. Juni 2026 für die meisten unterstützten Pixel-Geräte verfügbar. Andere Hersteller veröffentlichen ihre eigenen Versionen später. Die Menünamen unterscheiden sich deshalb, an den Grundlagen des Akkuverbrauchs hat sich jedoch nichts geändert.

Für die batteriewissenschaftlichen Aussagen dieses Artikels stützt die Übersicht von Edge und anderen Kapazitäts- und Leistungsverlust, Impedanzanstieg sowie die Einflüsse von Temperatur, Ladestand, Strom oder Last, SEI-Wachstum und Lithium-Plating. Sie belegt keine Herstellerfunktionen, universellen Smartphone-Temperaturgrenzen, Zubehörentscheidungen, Reparaturhinweise oder Preise, genaue Lebensdauer, Ladezeitaussagen oder garantierten Ergebnisse.

Fang beim Display an

Das Display ist bei aktiver Nutzung weiterhin einer der größten Stromverbraucher. Wenn du das Smartphone gerade in der Hand hältst, sind die Displayeinstellungen wichtiger als fast alles andere.

Nutze die automatische Helligkeit, wenn sie auf deinem Gerät gut funktioniert. Ist das Display in Innenräumen ständig zu hell, stelle die Helligkeit manuell niedriger ein. Maximale Helligkeit in einem dunklen Raum verschwendet Energie und erzeugt zusätzliche Wärme.

Als Nächstes lohnt sich ein Blick auf die Bildwiederholrate. Ein Display mit 90 Hz oder 120 Hz wirkt flüssiger, verbraucht aber mehr Strom als 60 Hz, besonders bei Smartphones, die nicht intelligent zwischen den Frequenzen wechseln. Pixel nennt die Funktion Smooth Display, Samsung Bewegungsglätte. Andere Hersteller verwenden ähnliche Bezeichnungen unter Einstellungen > Display.

Wenn dein Smartphone eine adaptive Einstellung anbietet, probiere sie zuerst. Gibt es nur die Wahl zwischen 60 Hz und 120 Hz und ist dir Akkulaufzeit wichtiger als besonders flüssiges Scrollen, wähle 60 Hz.

Das automatische Abschalten des Displays ist langweilig, aber nützlich. Auf Pixel-Geräten findest du es unter Einstellungen > Display & Touchbedienung > Display automatisch ausschalten. 30 Sekunden oder 1 Minute reichen meistens. Bei fünf Minuten bleibt das Display jedes Mal unnötig lange an, wenn du das Smartphone ablegst und nicht sperrst.

Ein dunkles Design spart nur auf OLED- oder AMOLED-Displays nennenswert Strom. Dort benötigen schwarze Pixel kaum oder gar keine Energie. Bei LCD-Displays bleibt die Hintergrundbeleuchtung eingeschaltet, deshalb ist der dunkle Modus dort vor allem eine Frage des Komforts.

Behebe schlechten Empfang, bevor du Apps beschuldigst

Schwacher Mobilfunkempfang kann den Akku stark belasten. In einem Betongebäude, Keller, Zug, ländlichen Gebiet oder am Rand eines 5G-Netzes muss das Modem mehr arbeiten, um die Verbindung zu halten. Dann kann das Mobilfunknetz zum größten Verbraucher werden, obwohl du das Smartphone kaum benutzt hast.

Nutze WLAN, wenn du dem Netzwerk vertraust. Bei schwachem 5G-Empfang braucht WLAN in der Regel weniger Energie als mobile Daten.

Wenn 5G an deinem Wohn- oder Arbeitsort instabil ist, kann eine feste Umstellung auf LTE beziehungsweise 4G helfen. Auf Geräten mit weitgehend unverändertem Android findest du die Auswahl meist unter Netzwerk & Internet in den Einstellungen der SIM-Karte. Samsung und andere Hersteller ordnen sie den Mobilfunknetzeinstellungen zu. Schalte nicht auf 4G zurück, wenn du tatsächlich ein starkes, stabiles 5G-Signal hast und die höhere Geschwindigkeit nutzt.

Bluetooth und NFC sind nicht mehr die Akkugegner, die sie früher einmal waren. Modernes Bluetooth Low Energy benötigt im Leerlauf sehr wenig Strom, und auch NFC fällt im Hintergrund kaum ins Gewicht. Beide den ganzen Tag auszuschalten spart möglicherweise ein wenig, kann aber Uhren, Kopfhörer, digitale Autoschlüssel, kontaktloses Bezahlen oder Tracker unbrauchbar machen.

WLAN- und Bluetooth-Suche sind etwas anderes. Android kann sie für die Standortbestimmung verwenden, selbst wenn die eigentlichen Funkverbindungen ausgeschaltet wirken. Prüfe die Standortdienste in den Standorteinstellungen und deaktiviere die Suche, wenn du keine bessere Positionsbestimmung in Gebäuden brauchst.

Beschränke Apps, die keinen Hintergrundzugriff brauchen

Android kontrolliert Hintergrundaktivitäten heute deutlich besser als früher. Es kann aber nicht wissen, welche Apps für dich wichtig sind. Manche bekommen mehr Freiheiten, als sie verdienen.

Öffne Einstellungen > Akku > Akkunutzung und suche nach Apps, deren Hintergrundverbrauch nicht zu deiner tatsächlichen Nutzung passt. Öffne anschließend die Akkueinstellung der App und schränke die Hintergrundnutzung ein, wenn sie nicht aktiv sein muss, während du sie nicht verwendest.

Gute Kandidaten sind Shopping-Apps, Spiele, Lieferdienste, Reise-Apps zwischen zwei Reisen, soziale Netzwerke, die du manuell prüfst, alte Hilfsprogramme, Gutschein-Apps und alles, was überwiegend Werbebenachrichtigungen verschickt.

Schlechte Kandidaten sind Messenger, Arbeits-Chats, VPNs, Gesundheits-Tracking, Navigation, Familien-Sicherheits-Apps, Kalender und E-Mail, wenn du Benachrichtigungen sofort brauchst.

Der Intelligente Akku, den es seit Android 9 gibt, sollte aktiviert bleiben. Er erkennt deine Nutzungsgewohnheiten und begrenzt Apps, die du selten öffnest. App Standby Buckets verfolgen ein ähnliches Prinzip: Häufig genutzte Apps erhalten mehr Ressourcen, ignorierte Apps weniger.

Die Akkuverwaltung der Hersteller kann strenger sein. Samsungs Apps in tiefem Standby können eine App beinahe vollständig einfrieren, bis du sie wieder öffnest. Für eine Shopping-App ist das ideal. Für einen Messenger ist es eine schlechte Idee.

Räume bei den Standortberechtigungen auf

Ein ungenutzter GPS-Empfänger verbraucht nicht viel. Apps, die im Hintergrund ständig nach deinem Standort fragen, schon.

Öffne in den Standorteinstellungen die Berechtigungen der Apps und prüfe besonders alle Einträge mit Immer zulassen. Für die meisten Apps reicht Nur während der Nutzung der App zulassen. Wetter-, Foto-, Social-Media-, Shopping- und Empfehlungs-Apps fordern häufig mehr Zugriff an, als sie wirklich benötigen.

Seit Android 12 kannst du vielen Apps auch nur einen ungefähren Standort geben. Nutze diese Option, wenn eine exakte Position nicht nötig ist. Eine Wetter-App muss nicht wissen, vor welcher Haustür du stehst.

Die Standortgenauigkeit ist vor allem in Gebäuden nützlich, weil Android WLAN, Mobilfunkmasten, Sensoren und weitere Signale kombinieren kann. Sie global auszuschalten kann Hintergrundaktivität verringern, macht die aktive Standortbestimmung aber manchmal langsamer oder ungenauer. Ich würde zuerst die Berechtigungen einzelner Apps anpassen.

Nutze den Energiesparmodus früher

Der Energiesparmodus wirkt am besten, wenn er Zeit hat, Verbrauch zu verhindern. Ihn bei 15 % einzuschalten ist besser als nichts. Vor einem langen Tag ohne Lademöglichkeit schon bei 50 % zu beginnen ist klüger.

Auf Pixel-Geräten öffnest du Einstellungen > Akku > Energiesparmodus. Bei Samsung findest du Energiesparen je nach One-UI-Version direkt unter Akku oder unter Akku und Gerätewartung > Akku. Lege einen automatischen Start bei etwa 25 % oder 30 % fest und schalte den Modus manuell früher ein, wenn die Situation es verlangt.

Der normale Energiesparmodus lässt das Smartphone meist gut nutzbar. Extreme oder maximale Modi sind für Notfälle gedacht. Sie pausieren Apps, vereinfachen die Bedienoberfläche und schränken Hintergrundaktivitäten deutlich stärker ein.

Reduziere Synchronisierung und Benachrichtigungslärm

Mehrere Konten können das Smartphone den ganzen Tag unbemerkt aufwecken. Google, Microsoft, Samsung, E-Mail, Kalender, Kontakte, Cloud-Speicher, Notizen und Browser synchronisieren alle im Hintergrund.

Prüfe Einstellungen > Passwörter, Passkeys & Konten oder den entsprechenden Kontenbereich deines Herstellers. Entferne alte Konten und deaktiviere Synchronisierungskategorien, die du nicht nutzt. Ein stillgelegtes Arbeitskonto oder ein Cloud-Dienst, den du einmal im Monat öffnest, muss nicht rund um die Uhr synchronisieren.

Bei Benachrichtigungen ist es ähnlich. Push-Nachrichten selbst sind auf einen geringen Energieverbrauch ausgelegt, doch das Aufleuchten des Displays, Vibrationen, Töne und anschließende Hintergrundarbeit summieren sich. Schalte Werbebenachrichtigungen von Apps aus, die deine Aufmerksamkeit nicht verdienen.

Nein, alle Apps aus der Übersicht der zuletzt verwendeten Apps zu wischen ist keine Lösung. Android hält kürzlich genutzte Apps absichtlich im Arbeitsspeicher und verwaltet sie selbst. Wenn du alles ständig schließt, kann der Akkuverbrauch sogar steigen, weil die Apps jedes Mal vollständig neu starten müssen.

Lade so, dass der Akku langfristig gesund bleibt

Damit hält die heutige Ladung nicht länger. Es hilft aber dabei, dass sich das Smartphone auch in zwei oder drei Jahren noch brauchbar anfühlt.

Lithium-Ionen-Akkus altern schneller, wenn sie lange heiß und vollständig geladen bleiben. Wenn es zu deinem Alltag passt, ist ein Ladebereich von ungefähr 20-80 % langfristig schonender. Mach daraus keine Religion. Wenn du für einen langen Tag 100 % brauchst, lade auf 100 % und nutze dein Smartphone.

Pixel-Geräte bieten inzwischen mehr Akkuschutz als früher. Beim Pixel 6a und neueren Modellen kannst du unter Einstellungen > Akku > Akkuzustand > Optimiertes Laden die Option Auf 80 % begrenzen verwenden. Google gibt an, dass die Akkus von Pixel 3 bis Pixel 8 Pro und Pixel Fold nach ungefähr 800 Ladezyklen noch bis zu 80 % ihrer ursprünglichen Kapazität behalten sollen. Beim Pixel 8a und neueren Modellen sind es ungefähr 1.000 Zyklen.

Samsung hat eigene Einstellungen für den Akkuschutz. Auf neueren Galaxy-Geräten kannst du je nach One-UI-Version zwischen Varianten wie Standard, Maximum und einem an den Schlafrhythmus angepassten Schutz wählen. Die Idee ist dieselbe: Der Akku soll weniger Zeit bei 100 % verbringen.

Auch die Temperatur zählt. Wärme schadet mehr als gewöhnliches Schnellladen. Lass das Smartphone nicht im heißen Auto, in direkter Sonne oder unter einem Kissen liegen und spiele keine anspruchsvollen Spiele während des Ladens. Kälte wirkt anders: Sie kann die vorübergehend verfügbare Ladung verringern, sodass sich das Smartphone unter Last früher ausschaltet. Sobald der Akku wieder wärmer wird, kehrt der größte Teil der nutzbaren Kapazität normalerweise zurück.

Prüfe, was den Akku tatsächlich leert

Bevor du zwanzig Einstellungen änderst, sieh dir die Daten an. Unter Einstellungen > Akku > Akkunutzung erkennst du, welche Apps und Systemkomponenten seit dem letzten Laden Energie verbraucht haben. Achte sowohl auf Nutzung bei eingeschaltetem Display als auch auf Hintergrundverbrauch.

Als grobe Orientierung sind bei vielen Smartphones 1-2 % pro Stunde mit ausgeschaltetem Display normal. Mehr als 3 % pro Stunde im Leerlauf solltest du untersuchen. Der Verbrauch bei eingeschaltetem Display schwankt zu stark für einen einzigen Idealwert, doch 15-25 % pro Stunde sind je nach Helligkeit, Empfang, App-Last, Temperatur und Akkualter nicht ungewöhnlich.

Ist der Verbrauch bei ausgeschaltetem Display hoch, denke an Hintergrund-Apps, Wake Locks, schwachen Empfang, Synchronisierung oder ein kürzlich installiertes Systemupdate. Ist er nur während der Nutzung hoch, sind eher Helligkeit, Bildwiederholrate, 5G, Spiele, Kamera, Navigation oder Wärme verantwortlich.

runcheck hilft dabei, diese Muster voneinander zu trennen. Verbrauch bei ein- und ausgeschaltetem Display, Signalqualität, thermischer Zustand und knapper Speicherplatz machen Akkuprobleme leichter nachvollziehbar als eine einzelne Prozentzahl.

Ein paar letzte Kontrollen

Aktualisiere das Smartphone und die Apps. Nach einem großen Betriebssystemupdate, etwa Android 17 auf einem Pixel, solltest du dem Gerät etwas Zeit geben. App-Optimierung und Indizierung können den Verbrauch vorübergehend erhöhen.

Entferne Widgets, die du nicht nutzt. Wetter-, Börsen-, Nachrichten- und Kalender-Widgets aktualisieren sich nach einem Zeitplan. Ein oder zwei nützliche Widgets sind kein Problem. Ein ganzer Startbildschirm voller Live-Widgets ist nicht kostenlos.

Lass den Speicher nicht vollständig volllaufen. Sehr wenig freier Speicher kann das Smartphone langsamer machen und zusätzliche Wartungsarbeit im Hintergrund auslösen. Das ist selten der größte Akkuverbraucher, aber bei 98 % belegtem Speicher arbeitet kein Smartphone unter idealen Bedingungen.

Quellen

  1. Google Pixel Help: Understand your Pixel battery
  2. Google Pixel Help: Get the most life from your Pixel phone battery
  3. Royal Society of Chemistry: Lithium ion battery degradation: what you need to know

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