Software und Updates

So prüfst du dein Smartphone auf Malware

Du benutzt dein Smartphone wie gewohnt. Plötzlich sinkt der Akkustand ungewöhnlich schnell, auf dem Startbildschirm erscheinen Pop-ups, und in der App-Liste taucht eine Anwendung auf, an deren Installation du dich nicht erinnerst.

Das beweist noch keine Malware. Smartphones verhalten sich auch seltsam, wenn der Speicher voll ist, Apps Fehler machen oder ein Update schiefgeht. Diese Anzeichen solltest du trotzdem prüfen.

Beginne mit den langweiligen Erklärungen. Suche danach nach Malware.

Anzeichen, die du ernst nehmen solltest

Ein einzelnes Symptom reicht selten aus. Eine Kombination mehrerer Anzeichen ist aussagekräftiger.

Der Akkuverbrauch ist ein guter Anfang. Öffne Einstellungen > Akku > Akkunutzung und suche nach Apps, die deutlich mehr Energie verbrauchen, als zu ihrer Nutzung passt. Eine Navigations-App darf nach einer langen Fahrt viel Akku genutzt haben. Ein QR-Scanner, der über Nacht den Akku leert, ist nicht normal.

Prüfe auch die mobile Datennutzung. Der Pfad lautet auf vielen Geräten Einstellungen > Netzwerk und Internet > Datennutzung, bei Samsung Einstellungen > Verbindungen > Datennutzung. Malware, die Daten hochlädt, Werbung nachlädt oder mit einem Command-and-Control-Server kommuniziert, muss irgendwo Bandbreite verbrauchen.

Pop-up-Werbung außerhalb der App, aus der sie stammt, ist ein deutlicheres Warnzeichen. Werbung in einem kostenlosen Spiel ist lästig. Werbung, die über dem Startbildschirm, Sperrbildschirm oder der Einstellungen-App schwebt, deutet meist auf Adware hin.

Unbekannte Apps sind ein weiteres klares Signal. Öffne Einstellungen > Apps und gehe die vollständige Liste durch. Achte auf allgemeine Namen, leere Symbole, doppelt wirkende Hilfsprogramme, Apps mit Bezeichnungen wie „System Service“, die offensichtlich nicht vom Hersteller stammen, oder Anwendungen, die ungefähr zu dem Zeitpunkt installiert wurden, als die Probleme begannen.

Hitze und Leistungseinbrüche können ebenfalls eine Rolle spielen, aber interpretiere sie nicht über. Ein Smartphone kann wegen schlechten Empfangs, einer festhängenden App, Laden in der Sonne oder eines verschlissenen Akkus überhitzen. Malware ist eine mögliche Ursache, nicht die Standarderklärung.

Führe einen Google Play Protect-Scan aus

Jedes Google-zertifizierte Android-Smartphone verfügt über Google Play Protect. Öffne Google Play Store > Profilsymbol > Play Protect und starte eine Prüfung.

Vergewissere dich, dass Apps mit Play Protect scannen aktiviert ist. Aktiviere außerdem Erkennung schädlicher Apps verbessern, wenn du Apps außerhalb des Play Store installierst. Dadurch kann Google unbekannte Apps genauer analysieren.

Play Protect prüft Apps bei der Installation und scannt das Gerät später regelmäßig erneut. Laut Google prüft Play Protect täglich 200 Milliarden Android-Apps. Es kann dich warnen, eine App deaktivieren oder eine schädliche App automatisch entfernen.

Das ist der erste Scan, den du ausführen solltest. Er ist nicht perfekt, aber bereits integriert und erfasst auch per Sideloading installierte Apps.

Prüfe verdächtige Berechtigungen

Öffne Einstellungen > Sicherheit und Datenschutz > Datenschutz > Berechtigungsmanager. Auf manchen Geräten findest du die Funktion unter Einstellungen > Apps > Berechtigungsmanager.

Sieh dir Kamera, Mikrofon, Standort, Kontakte, SMS, Telefon sowie Dateien oder Medien an. Die entscheidende Frage ist einfach: Braucht diese App die Berechtigung für ihre eigentliche Aufgabe?

Bei einer Messaging-App ist Mikrofonzugriff nachvollziehbar. Bei einem Taschenrechner ist SMS-Zugriff das nicht. Eine Hintergrundbild-App mit Zugriff auf Bedienungshilfen ist ein Warnsignal, sofern sie keine klar verständliche Funktion hat, die ihn wirklich benötigt.

Entziehe Berechtigungen, die falsch wirken. Wenn eine App danach nicht mehr funktioniert, obwohl sie diese Berechtigung nie gebraucht haben sollte, deinstalliere sie.

Prüfe kürzlich installierte und per Sideloading geladene Apps

Die meiste Android-Malware beginnt mit einer App-Installation. Dahinter kann eine schädliche App von einer Website, eine gefälschte Updateaufforderung, eine manipulierte APK-Datei oder eine problematische App stehen, die eine Store-Prüfung überstanden hat.

Öffne Google Play Store > Profilsymbol > Apps und Gerät verwalten > Verwalten und sortiere nach kürzlich aktualisierten oder installierten Apps. Vergleiche die Liste mit dem Zeitpunkt, an dem die Symptome angefangen haben.

Apps aus anderen Quellen solltest du genauer prüfen. Auf vielen aktuellen Android-Smartphones zeigt die App-Info, woher eine Anwendung stammt. Wenn als Quelle ein Browser, Dateimanager, Messenger oder unbekannter Paketinstaller erscheint, behandle sie als riskanter.

Behalte APK-Dateien nicht nur deshalb, weil sie schwer zu finden waren. Genau so redet man sich ein, zweifelhafte Software weiter aufzubewahren.

Nutze den abgesicherten Modus

Im abgesicherten Modus startet Android ohne Apps von Drittanbietern. Wenn Pop-ups, Überhitzung oder seltsame Hintergrundaktivität dort verschwinden, ist wahrscheinlich eine heruntergeladene App verantwortlich.

Auf vielen Smartphones hältst du die Ein-/Aus-Taste gedrückt, drückst anschließend länger auf Ausschalten und wählst den abgesicherten Modus. Bei Samsung funktioniert diese Methode normalerweise ebenfalls. Manche Marken verwenden eine andere Tastenkombination, deshalb solltest du für dein Modell in der Herstellerhilfe nachsehen, wenn die Option nicht erscheint.

Bleib lange genug im abgesicherten Modus, um das Symptom zu testen. Starte danach normal neu und deinstalliere kürzlich installierte oder verdächtige Apps nacheinander.

Beginne mit per Sideloading installierten Apps und danach mit Hilfsprogrammen, die Zugriff auf Bedienungshilfen, Benachrichtigungen, Geräteverwaltung, SMS oder die Anzeige über anderen Apps verlangen.

Wenn sich eine App nicht deinstallieren lässt

Manche schädlichen Apps erschweren ihre Entfernung, indem sie Zugriff auf die Geräteverwaltung oder Bedienungshilfen anfordern.

Suche in den Einstellungen nach Geräteadministrator oder Geräteadministrator-Apps. Entziehe verdächtigen Anwendungen diesen Zugriff und deinstalliere sie anschließend.

Prüfe außerdem unter Einstellungen > Bedienungshilfen, welche Apps Zugriff haben, und entferne ihn dort, wo er nicht hingehört. Bedienungshilfen sind mächtig, weil Apps damit Bildschirminhalte lesen und die Benutzeroberfläche bedienen können. Passwortmanager und echte Bedienungshilfen haben dafür einen Grund. Eine Cleaner-App normalerweise nicht.

Führe nach dem Entfernen erneut Play Protect aus.

Ändere Passwörter nach einer echten Infektion

Wenn du eine eindeutig schädliche App gefunden hast, reicht das Deinstallieren nicht aus.

Ändere die Passwörter aller Konten, die du auf dem Smartphone verwendet hast, besonders für E-Mail, Banking, soziale Medien, Cloudspeicher und Passwortmanager. Nutze dafür nach Möglichkeit ein sauberes Gerät.

Hatte die App SMS-Zugriff, solltest du davon ausgehen, dass Einmalcodes offengelegt worden sein könnten. Hatte sie Zugriff auf Bedienungshilfen, konnte sie möglicherweise mehr beobachten, als die normale Berechtigungsliste vermuten lässt.

Setze das Smartphone zurück, wenn du dem Ergebnis nicht traust

Das Zurücksetzen auf Werkseinstellungen entfernt fast jede Android-Malware, weil dabei vom Nutzer installierte Apps und Daten gelöscht werden. Sichere vorher Fotos, Nachrichten und Dateien, stelle danach aber nicht exakt denselben App-Bestand wieder her.

Installiere Apps nach dem Zurücksetzen einzeln über Google Play neu. Stelle keine unbekannten APK-Dateien oder alten App-Sicherungen wieder her.

Seltene Malware kann über Systemzugriff oder vorinstallierte Herstellerkomponenten bestehen bleiben, doch das ist bei normalen Verbraucherfällen nicht üblich. Wenn die Probleme nach dem Zurücksetzen auf einem alten, nicht mehr unterstützten Smartphone weiter auftreten, ist ein neues Gerät die realistischere Lösung.

So senkst du das Risiko beim nächsten Mal

Halte Android-Sicherheitsupdates aktuell. Beziehe Apps aus Google Play oder einer anderen vertrauenswürdigen Quelle. Lass Play Protect eingeschaltet. Sei misstrauisch bei APK-Links in Nachrichten, gefälschten Browserwarnungen und Pop-ups mit der Aufforderung „Diese App jetzt aktualisieren“, wenn sie nicht aus dem Play Store oder dem eigenen Updater des Smartphones stammen.

Und wenn eine Website behauptet, dein Smartphone sei infiziert, und dich zum Antippen einer Schaltfläche auffordert, schließe den Tab. Das ist Betrug, keine Diagnose.

Quellen

  1. Google Play Help: Use Google Play Protect
  2. Google Android Help: Change app permissions on your Android phone

Mach aus den Symptomen ein klareres Bild vom Zustand deines Smartphones.

runcheck verknüpft Muster bei Akku, Wärme, Signal und Speicher, damit du erkennst, was dein Smartphone wirklich ausbremst.

Das prüft runcheckWeitere Ratgeber ansehen