Wird mein Smartphone noch unterstützt? So prüfst du den Android- und Sicherheits-Support
Dein Smartphone kann völlig normal wirken und seinen sicheren Updatezeitraum trotzdem bereits überschritten haben. Anrufe funktionieren. Apps öffnen sich. Die Kamera macht weiterhin Fotos. Wenn der Hersteller aber keine Sicherheitspatches mehr liefert, werden neu entdeckte Android-Fehler auf diesem Gerät nicht behoben.
Genau das wird leicht übersehen. Das Supportende legt ein Smartphone nicht lahm. Das Risiko wächst einfach weiter, während sich das Gerät unverändert anfühlt.
Die Prüfung dauert etwa zwei Minuten.
Beginne mit dem Datum des Sicherheitsupdates
Öffne Einstellungen > Über das Telefon > Android-Version. Auf Samsung-Smartphones führt der Weg häufig über Einstellungen > Telefoninfo > Softwareinformationen. Suche nach Android-Sicherheitspatch-Ebene.
Dort steht ein Datum wie 5. Juni 2026. Für die alltägliche Sicherheit ist dieses Datum wichtiger als die Nummer der Android-Version.
Eine einfache Einordnung:
- Innerhalb der vergangenen 90 Tage: Das Smartphone erhält wahrscheinlich noch aktive Sicherheitsupdates.
- Vier bis sechs Monate alt: Prüfe die Supportliste des Herstellers. Das Gerät könnte einem langsameren vierteljährlichen Zeitplan folgen.
- Mehr als ein Jahr alt: Geh davon aus, dass der Support beendet ist, sofern der Hersteller nichts anderes angibt.
Es gibt Ausnahmen, denn Android-Updatepläne sind unübersichtlich. Ein günstiges Smartphone mit vierteljährlichen Updates kann eine Weile veraltet aussehen, ohne aufgegeben worden zu sein. Ein Sicherheitspatch aus dem Vorjahr ist trotzdem ein schlechtes Zeichen.
Android-Version und Sicherheitspatch sind nicht dasselbe
Android 17 wurde am 16. Juni 2026 veröffentlicht und zunächst für die meisten unterstützten Pixel-Geräte bereitgestellt. Andere geeignete Android-Geräte erhalten die Version später im Jahr 2026 über ihre jeweiligen Hersteller.
Das bedeutet nicht, dass jedes Smartphone mit Android 16 unsicher ist. Ein Gerät mit Android 16 und einem aktuellen Sicherheitspatch vom Juni 2026 ist besser aufgestellt als ein Smartphone mit Android 17, für das keine weiteren Patches mehr vorgesehen sind.
Betrachte die Android-Version als Funktionsstand und die Sicherheitspatch-Ebene als Sicherheitskontrolle. Beides zählt. Wenn du aber nur auf eine Zahl achtest, nimm das Patch-Datum.
Wie lange große Marken Smartphones unterstützen
Der Supportzeitraum hängt von Marke, Modellklasse, Erscheinungsjahr und manchmal auch von der Region ab. Das ist lästig, aber so funktioniert der Android-Markt inzwischen.
Google Pixel ist das übersichtlichste Beispiel. Pixel 8 und neuere Smartphones erhalten sieben Jahre Betriebssystem- und Sicherheitsupdates, gerechnet ab der ersten Verfügbarkeit im US-amerikanischen Google Store. Pixel 6, Pixel 7, Pixel 7a, Pixel 6a, Pixel Fold und Pixel Tablet erhalten fünf Jahre Betriebssystem- und Sicherheitsupdates. Beim Pixel 6 und Pixel 6 Pro nähert sich dieser garantierte Zeitraum im Oktober 2026 seinem Ende.
Auch Samsung bietet bei aktuellen Modellen lange Laufzeiten. Für die Galaxy S26-Serie sind sieben Generationen von Betriebssystem-Upgrades und sieben Jahre Sicherheitsupdates ab der weltweiten Markteinführung zugesagt. Samsung ordnet unterstützte Geräte auf seiner Sicherheitsseite außerdem monatlichen, vierteljährlichen und halbjährlichen Updateplänen zu. Neuere Galaxy-A-Modelle wie Galaxy A56 5G und Galaxy A36 5G erhalten bis zu sechs Generationen von Android- und One UI-Upgrades sowie sechs Jahre Sicherheitsupdates.
Bei OnePlus, Xiaomi, Motorola und anderen Marken sind die Unterschiede größer. OnePlus nennt für Smartphones und Tablets mindestens drei Jahre Sicherheitsupdates, ausgewählte Flaggschiffe werden länger unterstützt. Xiaomi gibt an, dass viele Smartphones je nach Modell drei Jahre oder länger Updates erhalten. Motorola veröffentlicht Supportangaben für einzelne Geräte statt einer einfachen allgemeinen Regel.
Verlass dich deshalb nicht nur auf den Ruf einer Marke. Ein Flaggschiff und ein günstiges Smartphone desselben Herstellers können sehr unterschiedliche Laufzeiten haben.
Prüfe die Liste des Herstellers
Nutze die genaue Modellbezeichnung, nicht nur den Namen der Produktfamilie. Du findest sie in den Geräteinformationen.
Bei Samsung öffnest du security.samsungmobile.com und rufst die Liste der unterstützten Modelle auf. Wenn das Smartphone unter monatlichen, vierteljährlichen oder halbjährlichen Updates erscheint, wird es noch unterstützt. Fehlt es in der Liste, ist der Support wahrscheinlich beendet.
Bei Pixel suchst du nach Googles Seite zum Pixel-Update-Support. Dort sind die unterstützten Pixel-Familien und die Zeiträume von sieben beziehungsweise fünf Jahren erklärt.
Bei Xiaomi, OnePlus, Motorola und anderen Herstellern suchst du nach der Sicherheitsupdate-Richtlinie der Marke oder nach dem genauen Modell zusammen mit „Sicherheitsupdates“. Falls die offizielle Seite unklar bleibt, ist endoflife.date eine nützliche zweite Einschätzung. Die Angaben werden jedoch von der Community gepflegt und sind keine offizielle Herstellerquelle.
Was sich nach dem Supportende ändert
Nach dem Supportende passieren drei Dinge.
Sicherheitspatches bleiben aus. Google veröffentlicht weiterhin Android Security Bulletins, und Hersteller erhalten weiterhin Fehlerbehebungen, aber dein Smartphone bekommt sie nicht mehr. Das Android Security Bulletin vom Mai 2026 enthielt eine kritische Schwachstelle in einer Systemkomponente, über die sich ohne Nutzerinteraktion aus der Nähe Code ausführen ließ. Genau solche Korrekturen kann ein nicht mehr unterstütztes Smartphone verpassen.
Die App-Unterstützung verschlechtert sich langsam. Entwickler erhöhen mit der Zeit ihre Mindestanforderungen an die Android-Version. Banking-, Zahlungs-, Passwort- und Arbeits-Apps sind meist strenger als Spiele oder Medien-Apps.
Google Play Protect funktioniert weiter, wenn Google Play-Dienste vorhanden sind. Das hilft gegen schädliche Apps, auch gegen Apps aus Quellen außerhalb von Google Play. Es patcht jedoch weder Kernel noch Treiber, Modem-Firmware oder Herstellercode.
Wenn dein Smartphone nicht mehr unterstützt wird
Am sichersten ist der Wechsel zu einem unterstützten Smartphone. Das ist nicht immer sofort möglich, also senke das Risiko, während du den Ersatz planst.
Installiere Apps nur aus Google Play. APK-Dateien per Sideloading auf einem ungepatchten Smartphone zu installieren, ist unnötig riskant.
Lass Play Protect eingeschaltet. Öffne Google Play Store > Profilsymbol > Play Protect und prüfe in den Einstellungen, ob Apps mit Play Protect scannen aktiviert ist.
Verlagere sensible Aufgaben nach Möglichkeit auf ein anderes Gerät. Banking, Passwortspeicherung, Kryptowährungs-Wallets und SMS-basierte Zwei-Faktor-Authentifizierung gehören auf ein gepatchtes Smartphone.
Aktualisiere alle installierten Apps. App-Updates können das Betriebssystem nicht reparieren, aber sie schließen Sicherheitslücken innerhalb der Apps.
Entferne Apps, die du nicht nutzt. Weniger Apps bedeuten weniger Berechtigungen, weniger Hintergrunddienste und weniger Möglichkeiten, dass veraltete Software zum Problem wird.
Was ist mit Custom ROMs?
Ein Custom ROM wie LineageOS kann die Nutzungsdauer eines Smartphones verlängern, ist aber keine Wunderlösung. Die Android-Schicht erhält möglicherweise weiterhin Patches, während proprietäre Firmware für Modem, GPU, Kamera oder WLAN-Chip unverändert bleibt.
Bei einem Hobbygerät kann das genügen. Für dein Banking-Smartphone würde ich es nicht mit vollständigem Hersteller-Support gleichsetzen.
Die praktische Antwort
Ein unterstütztes Smartphone hat einen aktuellen Sicherheitspatch und steht auf der aktiven Supportliste des Herstellers. Ein nicht mehr unterstütztes Gerät funktioniert weiterhin, wird aber nach und nach zu einem schlechteren Ort für wichtige Konten und private Daten.
Prüfe zuerst das Patch-Datum. Sieh danach in der offiziellen Supportliste nach. Meist reichen diese beiden Schritte aus.
Quellen
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